Auf ein Wort: Krisen & Stimmung?

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Vier aufeinanderfolgende Niederlagen. Platz 14 in der Formtabelle im Jahr 2024. Nein, die Dinge laufen nicht rund beim ERC Ingolstadt im neuen Jahr.

Schon zu Beginn der Saison gab es Probleme, obwohl wir durch eine solide Vorbereitung mit drei Siegen in der CHL geblendet waren und den Titel des Hauseigenen Vinschgau Cups gewonnen hatten. Bereits vor der Saison hatte ich das Gefühl, dass wir bis zur Deutschland Cup-Pause einen holprigen Start hinlegen würden, und meine Befürchtungen bewahrheiteten sich.

Nach der Pause stabilisierte sich das Team unter Mark French etwas, aber es war offensichtlich, dass vor allem in der Offensive große Probleme herrschten. Dies wurde nur durch eine effektive und starke Defensivarbeit kaschiert, die uns einige Punkte sicherte.

In Ingolstadt gibt es einen bekannten Satz, der im „Schanzer Hockey Speech“ oft fällt: „Weihnachten wird alles besser.“ Und tatsächlich schien es bis Weihnachten besser zu laufen, als ob der Offensivmotor endlich ins Rollen käme.

Doch seit dem Berlin-Spiel hat uns die Realität eingeholt. Unsere mangelnde Effektivität kostet uns wertvolle Punkte und verhindert, dass wir unserem selbst auferlegten Anspruch gerecht werden, unter den Top Sechs zu sein. Wir haben verdiente Derby-Niederlagen gegen Augsburg zuhause erlebt, Schwenningen hat uns nach einer langen Zeit wieder besiegt, und gegen Iserlohn haben wir eine Niederlage kassiert, die fast schon traditionell zum Vereinsjubiläum ist.


Sportlich überzeugen die Panther derzeit kaum. Positive Ausreißer wie das 4:0 gegen Mannheim sind selten. Man fühlt sich manchmal in die Vergangenheit zurückversetzt, als Trainer wie Mike Krushelnisky oder Greg Thomson/Rick Nasheim an der Bande standen, aber damals hatten wir auch ganz andere Spieler auf dem Eis.

Es ist wichtig zu bedenken, dass das Team im letzten Jahr meiner Meinung nach überperformt hat. Der Kern des Teams wurde von Tim Regan zusammengestellt, und auch wenn ich Timmy schätze, muss man sagen, dass er in dieser Saison als Alleinverantwortlicher Sportdirektor nicht immer das glückliche Händchen bei der Kaderzusammenstellung hatte. Aber das passiert.

Die Offensivpower der letzten Saison konnte durch die Kaderveränderungen nicht angemessen ersetzt werden. Defensiv wurden Ressourcen geopfert, um die Offensive zu stärken, was angesichts laufender Verträge in der Defensive alternativlos war.

Im Laufe der Saison wurde Kozun als einziger Importspieler für den Angriff geholt, um die Offensive zu verstärken, nachdem sich Bailey schwer an der Schulter verletzt hatte. Spieler wie Höfflin, Bertrand und Simpson haben zwar Momente, in denen sie überzeugen, aber insgesamt läuft es bei ihnen nicht rund. Aber das waren nur Beispiele. Jeder Spieler hat eine gute oder schlechte Phase genauso wie unser Coach.

Mark French wirkt auf mich derzeit wie ein Lehrer, der sich nicht erklären kann, warum die Klasse schlechte Noten schreibt, obwohl der Stoff auf dem Vorjahr aufbaut. Oft sagen Blicke mehr als 1000 Worte, vor allem nach den Pressekonferenzen nach dem Spiel.

Man denkt sich natürlich, Ist der Stoff zu schwer, oder kann der Lehrer ihn nicht richtig vermitteln, oder sind die Schüler einfach nicht bereit oder überfordert, obwohl sie die Grundlagen beherrschen? Es ist eine überspitzte Analogie, aber sie verdeutlicht unsere Situation.

Kein Spieler und kein Trainer ist zufrieden mit der aktuellen Situation. Aber ist es wirklich eine Krise? Ich persönlich denke nein, aber das ist nur meine Meinung, ohne die Realität schönreden zu wollen.

Wir haben mehr Scheibenbesitz, mehr Schüsse aufs Tor, und die statistischen Kennzahlen sprechen eigentlich für uns. Aber am Ende zählen nur die Tore.

Viele Fans äußern ihre Unzufriedenheit in den sozialen Medien, und das ist legitim. Auch ich bin unzufrieden. Aber ich versuche mich daran nach jedem Spiel nach kleinen positiven Aspekten zu suchen, selbst wenn es nur heißt, dass niemand verletzt wurde. Die Richtung der Schüsse gibt mir Hoffnung, dass bessere Tage kommen werden. Ich versuche immer den Gesamten Blick zu bewahren und nicht mein Meinungsbild auf Momentaufnahmen zu beschränken. Auch wenn es schwerfallen mag und ich dafür belächelt werde.

In all den Jahren habe ich gelernt, dass übermäßiger Aktionismus selten hilfreich ist. Wir sollten weiterhin daran glauben, dass wir gemeinsam aus dieser Situation herauskommen können, mit den Fans im Rücken.

Aber vielleicht braucht es auch mal ein lautes Zeichen der Unzufriedenheit, um Veränderungen zu bewirken. Das ist das Recht der zahlenden Fans, die Woche für Woche kommen, um die Mannschaft anzufeuern.

Die Mannschaft dürfte es mittlerweile wissen, Egal wer vor ihnen steht, Sie wissen sie haben uns im Rücken, die immer hinter ihnen stehen, auch wenn’s nicht läuft.

Euer Markus Schäfer „aka Nachbar“


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