Die Saturn Arena, mein Parkplatz und ich



Es war einmal

Die Saturn Arena, mein Parkplatz und ich.

Kommen wir mal ausnahmsweise zu einem Thema, was nur bedingt mit dem Eishockeysport, aber eher um unsere Spielstätte der Saturn Arena zu tun hat, welche künftig im Schatten des neuen Verwaltungsgebäudes der Volksbank Raiffeisenbank Ingolstadt Mitte stehen wird.

So gab es bereits in den letzten Jahren entsprechende Meldungen, dass die VR Bank ihr mehrstöckiges Hochhaus künftig auf dem Parkhafen vor der Saturn Arena bauen wird.

So erwarb das Kreditinstitut bei der Stadttochter IFG vor einigen Jahren bereits das Grundstück vor der Arena (siehe Ein Geldhaus will hoch hinaus (ingolstadt-today.de)) und die wegfallenden Parkplätze sollen durch ein Parkhaus auf dem „Schotterparkplatz“ vorm Enso Hotel und der ERC Geschäftsstelle aufgefangen werden.

Ob jetzt dieser selbsternannte Donau-Tower Städtebau- und Planungstechnisch unbedingt sein muss, es keine anderen alternativen Standort gegeben hätte, steht auf einem anderen Blatt.

Mir persönlich gefällt der künftige Look im Augustinviertel nicht wirklich. Die letzten 20 Jahre war die Saturn Arena der Mittelpunkt, der Blickfang Nr. 1 an Kreuzung der südlichen Ringstraße. Fast schon Monumental erhebt sich die Schanzer Multifunktionshalle, wenn man auf sie zufährt. Dieser Blick, gehört künftig der Vergangenheit an, wenn man die Entwürfen der Leipziger Architektenbüros Schulz + Schulz begutachtet.

Layout los-dk-25-sto sto/los-dk/16.05.2020 (vr-bayernmitte.de)

Aber ich will jetzt nicht näher auf den künftigen „Donau Tower“ eingehen. Er wird bis 2024 kommen, und bald rollen auch die Bagger an. So wird jetzt der Großteil der Parkplätze vor der Halle künftig gesperrt und viele Fragen sich jetzt, wo man parken soll.

Foto: Rainer Liebhard auf Facebook

Die IFG verweist natürlich auf die umliegenden, Fußmarsch nahen Tiefgaragen (Reduit Tilly) usw. Der Schotterparkplatz wird jetzt noch früher voller sein, als sonst.
Alles schön und gut.

Die Hauptfrage (neben vielen weiteren) die ich mir stelle, warum schafft es die IFG nicht, seit dem Plan steht für den Tower durch sämtliche Instanzen abgenickt ist, einfach nicht (vor allen in den letzten beiden Jahren wo eh nix möglich war), das dringend benötigte Parkhaus auf dem hauseigenen Parkplatz auf dem „Schotterparkplatz“ in die Höhe zu ziehen.
Selbst eine Stadt wie Neuburg, schaffte es ein Parkhaus mit ca. 300 Parkplätzen übe die Sommermonate 2021 am Hallenbad möglich zu machen.

Vogelperspektive des Donautowers, dem Enso und der Saturn Arena: Screenshot Schulz + Schulz


Das Parkhaus hätte einige Probleme, die jetzt erst recht entstehen, im Keim erstickt.

Dass die VR Bank natürlich so schnell wie möglich bauen möchte, ist legitim. Schließlich liegen zwischen Planung und Baubeginn jetzt schon fast 2 Jahre.

Die Bewohner in den naheliegenden Wohngebieten werden jetzt noch mehr mit den Zuschauern zu den Veranstaltungen in der Arena zu kämpfen haben.

Natürlich konnte man zuletzt auch auf dem Wonnemar Parkplatz ausweichen. Aber auch hier steht im Herbst die Neueröffnung, der neuen Donautherme an, der mit Sicherheit auch sehr gut besucht sein wird.

Was passiert, wenn am „Schotterparkplatz“ an jedem vierten Sonntag im Monat sich der Flohmarkt auf dem Parkplatz breit macht?

P+R Möglichkeiten zur Überbrückung? Bsp. Am Audi Sportpark mit Transfer entlang der Manchinger Straße (auch wenn hier viel Jonglierarbeit benötigt um nicht mit dem Fußballklub im Gewerbegebiet zu kollidieren). Auch der ÖPNV (vor allem für Fans außerhalb der Stadt) ist, mit Verlaub, ein Witz.

Ich wage es zu bezweifeln das sich hier die Ingolstädter Entscheidungsträger und vor allem die Planer hier einen Kopf gemacht haben. Ich kenne glaube ich schon die Antwort.

Mit dem Parkplatz vor der Arena fällt der Treffpunkt vor der Halle zum gemeinsamen Stelldichein vor dem Spiel oder auch danach definitiv weg. Auch hier gibt es rund um die Arena auf jeden Fall Optimierungsbedarf. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Fakt ist, das Ganze ist wieder (einmal) eine klassische Dilettantenleistung der Stadt(Tochter).  (MS)

Nachtrag/Klarstellung: Nach Information des Stadtrats Christian Hoebusch (Grüne) auf Facebook war der Plan wie vorgesehen erst das Parkhaus und dann der Tower. Da sich die IFG jedoch nicht mit der VB über die Kostenmodalitäten der wegfallenden Parkkosten lange nicht einigen konnten, ist der Status Quo nun so eingetreten.

Zudem würde der Beschluss erst im März 22 gefallen. Nicht wie vermutet vor 2 Jahren.

Warum es aber hier keinen temporären Plan B (zumindest öffentlich bekannt) gibt, ist mir nicht klar. Da sehe ich die IFG als auch die VB in der Pflicht bei Veranstaltungen für eine Lösung für die Zuschauer zu sorgen.