Regeländerungen in der DEL

Knapp 160 Änderungen im neuen Playbook der DEL gibt es für die kommende Saison.

Die wichtigsten Regelanpassungen findet ihr hier zusammengefasst.

HANDSCHUHREGEL: In der vergangenen Saison erhielt jeder Spieler automatisch eine Spieldauer-Disziplinarstrafe, wenn er bei einer Auseinandersetzung einen oder beide Handschuhe auszog. Diese Bestrafung gibt es nicht mehr. Auch müssen die vier Unparteiischen keine Handschuhe mehr tragen.

TOR TROTZ PFIFF: Ein Tor kann nun auch anerkannt werden, wenn der Puck im Moment des Pfiffs noch nicht die Linie überschritten hat. Beispiel: Der Torhüter hält vermeintlich den Puck, der Schiedsrichter pfeift ab, aber in diesem Moment rutscht die Scheibe doch noch über die Linie. Das ist nun ein Tor. Das gilt aber nur für den Originalschuss, nicht einen Nachschuss nach dem Pfiff.


ABSEITS: Ein Spieler muss nicht mehr mit beiden Schlittschuhen das Eis berühren, um nicht im Abseits zu stehen. Die blaue Linie wird ab sofort als dreidimensional angesehen, ein Schlittschuh darüber ohne Eiskontakt gilt auch als die Linie berührend. Beim Zurückfahren zur Aufhebung einer Abseitsposition muss ein Schlittschuh allerdings die blaue Linie berühren.

TRAPEZ: Torhüter dürfen den Puck hinter der verlängerten Torlinie nur noch in einem durch Linien markierten Bereich spielen. Spielen sie die Scheibe außerhalb dieses Bereichs, erhalten sie eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung. Diese Regel gibt es in der NHL schon seit Jahren.

FESTHALTEN DES PUCKS: Torhüter dürfen den Puck nur noch festhalten, wenn dies bei einer direkten Abwehrbewegung nach einem Schuss geschieht oder sich die Scheibe in unmittelbarer Nähe ihres Tores befindet. Bei jeder anderen Spielsituation muss der Torhüter die Scheibe weiterspielen. Macht er das nicht, erhält er ebenfalls eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung.

FAUSTKÄMPFE: Bislang wurden Schlägereien im Oberhaus meistens mit zwei plus zwei plus zehn Strafminuten geahndet. Das ändert sich. Sollten beide Kombattanten den Faustkampf aus der Emotion heraus suchen, kann der Schiedsrichter nur fünf Strafminuten verhängen -der aus Nordamerika bekannte „fighting major“. Die Liga wird zudem eine Liste für Faustkämpfe führen. Bei drei derartigen Fünf-Minuten-Strafen (in den Playoffs zwei) wird der betroffene Spieler automatisch für ein Spiel gesperrt. Eine weitere automatische Sperre gibt es im Anschluss bei jeder zweiten Strafe. Bei Duellen, wo die Spieler vorher die Helme abziehen, beteiligte Spieler nicht voneinander lassen oder ein Spieler auf dem Eis liegt, der andere aber weiter Fausthiebe verteilt, soll zusätzlich eine Spieldauer-Disziplinarstrafe ausgesprochen werden.

HOHER STOCK: Aushol-und Durchschwungbewegungen bei Schüssen, bei denen ein gegnerischer Spieler getroffen oder sogar verletzt wird, führen nicht mehr automatisch zu einer Strafe. Zudem kann ein Schiedsrichter bei einer Strafe von zwei plus zwei Minuten wegen Hohen Stocks per Videobeweis überprüfen, ob ein Spieler nicht vom eigenen Mitspieler oder dem Puck getroffen wurde und die Strafe gegebenenfalls wieder zurücknehmen.

VIDEOBEWEIS: Jede Fünf-Minutenaußer der wegen Faustkampfs), Spieldauer- oder Matchstrafe müssen die Referees noch einmal per Video überprüfen. Reduziert werden kann das Strafmaß aber höchstens auf eine Zwei-Minuten-Strafe. Zudem kann der Schiedsrichter nun auch Situationen überprüfen, die in direktem Zusammenhang mit einem Torerfolg stehen -zum Beispiel einen eventuellen Handpass als Vorlage für den Torschützen.

CHECK GEGEN DEN KOPF: Das Strafmaß von zwei plus zehn Minuten gibt es nicht mehr. Der Schiedsrichter kann nur noch eine Zwei-Minutenoder Matchstrafe aussprechen.

CHECK GEGEN DIE BANDE: Auch hier gibt es das Strafmaß von zwei plus zehn Minuten nicht mehr. Der Strafrahmen liegt nun bei zwei, fünf, fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe und Matchstrafe.

CHECK VON HINTEN: Das Strafmaß zwei plus zehn Minuten wurde ebenfalls gestrichen. Der Referee hat nur noch die Wahl zwischen fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe oder Matchstrafe.

MATCHSTRAFE: Eine automatische Mindestsperre von einem Spiel zieht eine Matchstrafe nicht mehr nach sich. Sie wird nun – wie alle Spieldauer-Disziplinarstrafen – vom Disziplinarausschuss um den Vorsitzenden Lorenz Funk junior verhandelt.

POWERPLAY: Werden in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit oder in der Verlängerung gegen Team A fünf Minuten und gegen Team B zwei Strafminuten verhängt, spielt Team B sofort drei Minuten in Überzahl. Bislang begann das Powerplay erst, nachdem Team B die zwei Minuten verbüßt hatte. Bei fünf Strafminuten auf der einen und zwei plus zwei Minuten auf der anderen Seite gibt es sofort ein einminütiges Powerplay.