Alternative Karriereverläufe: Heute Christoph Gawlik



Alternative Karriereverläufe:

Heute: Christoph Gawlik

Wir befinden uns im Jahr 2014. Genau gesagt der 29. April. In der Lanxess Arena zu Köln läuft das siebte und entscheidende Finalspiel zwischen den Kölner Haien und dem ERC Ingolstadt.

In der 37. Minute des zweiten Drittels hat Panther Stürmer Christoph Gawlik die Chance seine Mannschaft in Führung zu bringen. Nach einem Pass von Kollegen Patrick Hager, der etwas zu schnell gespielt wurde konnte der aus seiner niederbayerischen Heimat Niederbayern stammende Stürmer die Scheibe nicht perfekt kontrollieren und schloss aus mittlerer Position vor dem Gehäuse der Haie dennoch ab. Sein Schuss nahm dennoch gefährlich die Richtung des Kölner Torhüters Danny aus den Birken auf, der aber in dieser Sekunde noch nie über ein Metallgeräusch so froh sein gewesen dürfte wie an diesem Abend.
Der Schuss von Christoph Gawlik ging an den linken Pfosten, sprang zu Haie Verteidiger Holmquist, der mit einem Mustergültigen Pass Stürmer Rob Ticar bediente und der im 1:1 Panther Goalie Timo Pielmeier überwand. 1:0 für die Haie, nach einem Pfostentreffer nur wenige Sekunden zuvor.

Die Haie überstanden die verzweifelten Anläufe der Panther und feierten nach 2001 wieder eine Meisterschaft. Doch während die Haie mit Ihren Fans frenetisch jubelten, lag jener Christoph Gawlik einsam auf dem Eis, voller Trauer und Demut über seine Chance.
Man kann sich kaum vorstellen, wenn er „das Tor“ welches wahrscheinlich zum Büchsenöffner für die erste und bis dato einzige deutsche Meisterschaft für den ERC Ingolstadt bedeutet hätte. Mit wem er tränenerfüllt telefonierte, ist leider nicht bekannt.  

Diese Situation nagte lange an Christoph, sehr sehr lange. Zu alter Form mit frechen Spielwitz fand er in der Saison 14/15 nicht wirklich. So musste er oft als Überzähliger Spieler auf der Tribüne Platz nehmen, und sehen wir ein gewisser Eddy Rinke-Leitans (wir berichteten) zu einem Topspieler avancierte.
So kam es das Christoph Gawlik sich zu einem Tapetenwechsel entschied.
Da in der deutschen Eishockey Liga er keinen Platz mehr fand, wechselte der Deggendorfer nach Holland zu den Tilburg Tappers, die seit Jahren bereits in der deutschen Oberliga spielten.
Merklich gut gelaunt und einem breiten Grinsen nach zwei Jahren in den Niederlanden wechselte Gawlik 16/17 wieder zu Frankfurter Löwen in der DEL 2. Mit Frankfurt konnte Gawlik seinen letzten Titel im Jahr 2009 feiern. Aber auch dort begleitete Gawlik der Finalfluch von 2014.

Im Finale der DEL 2 gegen die Bietigheim Steelers war Gawlik auch hier vom Pech verfolgt.  Sein „vermeintliches“ Tor welches zum Game Winner in Spiel 5 der Finalserie wurde von Referee Roland Aumüller nach mehrminütigen Videostudium mit seinem Kollegen nicht anerkannt da ein anderer Frankfurter Stürmer den Bietigheimer Torhüter behinderte und der Treffer somit nicht anerkannt wurde. „Eine harte aber richtige Entscheidung“, wie der Roland Aumüller Fanclub zitierte.

Bietigheim drehte das Spiel und gewann anschließend die gesamte Serie mit 3:4 gegen die Löwen.
In Frankfurt kann man sich es kaum ausrechnen, hätte der Treffer von Gawlik gezählt.

Gawlik, nahm trotz einer tollen Saison in Frankfurt das Angebot der Krefeld Pinguine als letzte Chance noch einmal DEL Eishockey zu spielen wahr.  Doch leider kam nach dem Finalfluch auch das Verletzungspech hinzu. Die Schulter Zwang Gawlik, trotz eines soliden Starts in Krefeld zum Zuschauen. Der Vertrag von Gawlik und Krefeld wurde um die Weihnachtszeit aufgelöst.  Scheinbar geprägt von seiner Ingolstädter Vergangenheit, wo es bekanntlich heißt „Weihnachten wird alles besser“.

Sichtlich genervt wechselte Gawlik 2018 darauf wieder in seine niederbayerische Heimat Niederbayern und spielte für seinen Heimatclub Deggendorfer SC in der DEL 2, musste dort aber den Abstieg in die Oberliga mitgehen. Nach einem weiteren Jahr Oberliga war für Gawlik dann aber Schluss mit Lustig.  Gawlik beendete seine Profikarriere und spielte 2019 in der vierten Liga bei den Passau Black Hawks sein letztes Spiel.

Gawlik, der während seiner Leidensphase sich weiterbildete, betreibt nun in Deggendorf ein Versicherungsbüro.

Doch was wäre wohl gewesen, wenn seine Tore gezählt hätten.